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Star des Monats

Immer für dich da – Katherine Heigl hockt nicht aufs Maul

Ihre Karriere weist Knicke auf, weil Katherine Heigl nichts aufs Maul hockt und gerne Zähne zeigt.

STATE OF AFFAIRS -- Season: 1 -- Pictured: Katherine Heigl as Charleston Tucker -- (Photo by: Nino Munoz/NBCU Photo Bank/NBCUniversal via Getty Images via Getty Images)

Star des Monats: Katherine Heigl

NBCU Photo Bank/NBCUniversal via

Wer mit 14 seinen Erstling dreht, darf sicher auch schon früh mit Jungs weg oder? «No way!» Ihre Eltern sind strenggläubige Mormonen. Darum wohl bleiben Katie die Abstürze vieler Teeniestars erspart, stattdessen gibt sie 1994 Gérard Depardieus Tochter in «Daddy Cool», ergattert sich danach gleich die nächste Hauptrolle.

Hollywood ruft, unüberhörbar gar, und Mutter Nancy, die das Management übernimmt, zieht mit dem Nesthäkchen nach L. A., wo ein paar zweitklassige Filme gedreht werden – auch ein Horrorstreifen!

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Als sensible Dr. «Izzie» Stevens gelingt ihr 2005 in «Grey’s Anatomy» endlich der Durchbruch. Schon nach zwei Jahren erhält Heigl einen Emmy für die beste Nebenrolle in der Kultserie, lehnt eine weitere Nominierung aber ab: Diese sei ungerechtfertigt in Anbetracht der schlechten Qualität der Drehbücher.

Da ihr auch die Rolle zu klein ist, dreht sie parallel dazu meist romantische Komödien. «Beim ersten Mal» (2007) etwa, den sie öffentlich als sexistisch brandmarkt oder «27 Dresses» (2008), für den sie keinen Cent ausgeben würde, wie sie Talker David Letterman verriet. Oder «Die nackte Wahrheit» (2009). Die Wahrheit ist auch, dass sie dafür zweistellige Millionenbeträge kassiert.

Wieso? Männer finden die kurvige Heigl hot, Frauen möchten ihre Freundin sein. Nur: Rom-Coms, wo nach fünf Minuten klar ist, wie der Hase läuft, hatten ihren Höhepunkt in den 90ern, mit Meg Ryan und Julia Roberts als Heldinnen. Das Genre hat seinen Zenit also längst überschritten. Auch ist Heigl nicht so pflegeleicht wie andere und lässt sich keinen Maulkorb verpassen.

Es ist ein kurzer Weg von der Quotenqueen zur Persona non grata, Heigl nimmt die Abkürzung. Nach dem Rausschmiss bei «Grey’s Anatomy» geht es bachab, denn Undankbarkeit und Kollegenkritik sind No-Gos in Hollywood.

Doch zu Kreuze kriechen? Nope. Sie trägt den Zickenstempel stolz, sagt, was sie denkt, obwohl ihr deswegen Rollen entgehen. So fehlt ihr Name im All-Star-Beziehungsreigen «Valentinstag» (2010). Offizieller Grund: zu hohe Gagenforderungen.

Besser, nämlich skandalfrei läuft es ihr privat. 2007 heiratet sie Josh Kelley, zieht brav erst am Tag der Hochzeit mit dem Sänger zusammen. Seither lebt das bodenständige Paar auf einer Ranch, hat einen leiblichen Sohn und zwei Adoptivtöchter. Da Nancy aus Südkorea stammt und Adelaide afroamerikanischer Herkunft ist, macht sich Heigl gegen Rassismus stark. Da Frauen über 40 wenig besetzt werden, gründet die heute 42-Jährige in weiser Voraussicht 2007 eine Produktionsfirma mit ihrer Mutter. So habe sie auch etwas zu sagen auf dem Set, liess sie verlauten.

Ihre Zeit verbringt sie am liebsten mit den Kids, ganz lassen kann sie’s aber nicht: 2020 dreht sie einen Horrorfilm, gibt bald eine Frauenrechtlerin in der TV-Serie «Woodhull» und ist aktuell in «Immer für dich da» zu sehen. Klingt nach Rom-Com? Nein, ist es nicht!

Steckbrief

Geboren: 24. November 1978 

Wohnort: bei Park City, Utah

Laster: Rauchen

Karriere: «Zauber eines Sommers» (1992), «Daddy Cool» (1994), «Grey’s Anatomy» (2005–2010), «27 Dresses» (2007), «Kiss & Kill» (2010), «Happy New Year» (2011), «State of Affairs» (2014/15), «Suits» (2018/19).

Von Miriam Zollinger am 29.01.2021
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