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Überweihnachten – «Wir zelebrieren die Spiessigkeit»

Comedian Luke Mock­ridge gibt in der Serie «Überweihnachten» sein Schauspieldebüt. Unterstützung kommt von Seyneb Saleh.

Überweihnachten

Brotlose Kunst: Basti Kollinger (Luke Mockridge) wäre gern ein erfolgreicher Singer-Songwriter.

ZVG

Comedian Luke Mockridge (31) spielt in der Netflix-Miniserie «ÜberWeihnachten» den erfolglosen Musiker Basti, der für die Weihnachtstage zu seiner Familie aufs Land fährt. Dort wartet eine Menge Ärger auf ihn. Und er begegnet einer Jugendbekanntschaft: Karina (Seyneb Saleh, 32). 

ÜberWeihnachten

Harmonie Seyneb Saleh als Karina und Luke Mockridge als Basti. 

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Streaming: An Luke Mockridge kommt keiner vorbei. Stellt man den TV an, sind Sie da. 
Luke Mockridge:
Das nennt man Stalking! 

Wie kam es dazu, dass Sie in einer Netflix-Serie mitspielen? 
Luke Mockridge:
Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Angebote für Rollen – vom tollpatschigen Agenten bis zum liebenswürdigen Kita-Pädagogen. Ich wollte aber lieber eine Story machen, die nahe an meinem Leben dran ist. Dass man an Weihnachten nach Hause kommt und für ein paar Tage in sein altes Milieu eintaucht, das fand ich sehr authentisch. 

Und dann schickte man das Schauspiel-Greenhorn Luke ans Set. Brauchte er viel Hilfe? 
Seyneb Saleh: Überhaupt nicht.  Luke ist ein Vollprofi vor der Kamera, es hat viel Spass gemacht.
Luke Mockridge: Es gab extra Konstellations-Castings, um zu schauen, welche Karina-Darstellerin kompatibel ist mit mir als nicht erfahrenem Schauspieler. 
Seyneb Saleh: Echt?! Das wusste ich gar nicht. 
Luke Mockridge: Seyneb kam rein und hat diese Lücke einfach perfekt ausgefüllt. 

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Heimkehren ins Kinderzimmer von einst – erleben Sie Weihnachten so wie in der Serie? 
Seyneb Saleh: Da ich sehr oft umgezogen bin, gibt es nicht diesen einen Ort oder dieses eine Kinderzimmer, in das ich zurückkehre. Aber jedes Familienfest mit all den Onkeln und Tanten ist etwas ganz Besonderes. Und auch eine ganz besondere Stresssituation (lacht). 
Luke Mockridge: Bei uns ist es total so. Meine Eltern haben sechs Jungs, und von denen wohnt keiner mehr zu Hause. Trotzdem wohnen meine Eltern immer noch in dem Haus mit diesen ganzen Zimmern. Ich weiss gar nicht, wie viele Hobbys man haben kann, um all die Kinderzimmer zu füllen. Meine Eltern haben jetzt ein Massage-Zimmer, in einem anderen ist glaube ich eine Starbucks-Filiale eröffnet worden…

Was unterscheidet «ÜberWeihnachten» von anderen Weihnachtsfilmen oder -serien?
Luke Mockridge: 
Es ist kein cheesy Hollywood-Tiefschnee-Lichterketten-Weihnachten. Wir zelebrieren die deutsche, gutbürgerliche Spiessigkeit. Ich bin gespannt, wie dem Netflixzuschauer in Peru, Afghanistan und Neuseeland ein urdeutsches Weihnachtsfest mit Kartoffelsalat und Würstchen gefällt. 
Seyneb Saleh: Und es liegt kein Schnee! Obwohl einmal ein Schneesturm aufkam, es blieb aber nur einen halben Tag lang weiss. 

«Wenn man bei mir das Glück rausnimmt, würde aus Luke sehr schnell Basti.»

Basti hat eine Pechsträhne. Ging es Ihnen je so dreckig?
Luke Mockridge: 
Der Basti ist sehr nah bei mir, weil er einen Traum hat, den er aber nicht leben darf. Ich als Luke Mockridge lebe gewissermassen den Traum, den Basti hat. Ich bin überzeugt, dass zum Erfolg immer auch Glück gehört, wenigstens teilweise. Und ich hatte sehr viel Glück in meiner Karriere. Wenn man bei mir das Glück rausnimmt, würde aus Luke sehr schnell Basti. 

Haben Sie Blut geleckt bei der Schauspielerei? 
Luke Mockridge: 
Ich habe grossen Spass gehabt und sehe das als Segen, dass ich mich auf so vielen Plattformen austoben darf. Wenn’s nach mir ginge, könnten wir also gerne noch «ÜberOstern» anhängen. 

ÜberWeihnachten: Die Miniserie

Basti Kollinger (Luke Mockridge) ist Musiker und lebt in Berlin. Das Problem: Er ist erfolglos und pleite. Einziger Lichtblick sind die bevorstehenden Feiertage bei den Eltern in der Eifel. Um den Weihnachtstrubel nicht zu trüben, gaukelt er allen vor, der superkrasse Grossstadt-Macker mit erfolgreicher Mucke zu sein. Bastis Laune ist schnell dahin, als sein Bruder mit einer neuen Freundin
auf der Matte steht, denn es ist Fine, Bastis Ex (Cristina do Rego). Nun fliegen die ersten Fäuste – nicht die letzten.

Denn auch seine Eltern benehmen sich äusserst seltsam. Also ertränkt Basti seinen Kummer in der Dorfkneipe und bandelt mit der schönen Karina (Seyneb Saleh) an. 

«ÜberWeihnachten» basiert auf dem Roman «7 Kilo in 3 Tagen» von Christian Huber und ist eine launige Weihnachtsstory mit wenig Weichspüler und ganz ohne Schnee. Sie wagt den Spagat zwischen absurden Slapstick-Momenten (mit Kettensäge!) und leisen Zwischentönen. Das gelingt mal besser, mal weniger. Doch wie immer an Weihnachten gibt’s auch hier ein Happyend.

ÜberWeihnachten ★★★☆☆

Netflix | Miniserie | D 2020

Abgedrehtes, herzerwärmendes Weihnachtsmärchen

ab 27. Nov.

Von Simone Reich am 27.11.2020
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