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Netflix

Mord unter Nachbarn

Kristen Bell ist «The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window».

The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window. Kristen Bell as Anna in episode 101 of The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window. Cr. Colleen E. Hayes/Netflix © 2021

Hochprozentiger Zapfenstreich: Anna (Kristen Bell) hat Durst.

COLLEEN E. HAYES/NETFLIX

Alfred Hitchcocks «Das Fenster zum Hof» von 1954 zählt zu den besten Thrillern der Filmgeschichte. Jemand beobachtet einen Mord durchs Fenster, stösst aber aufgrund fehlender Beweise auf taube Ohren – ein Plot mit zünftig Spannungspotenzial, der deshalb auch bereits zigmal adaptiert bzw. rezykliert wurde. Das bis anhin jüngste Beispiel, «The Woman in the Window» von Joe Wright (2021), wurde dem gewichtigen Erbe nicht gerecht. Nun versucht sich eine Miniserie mit ähnlichem, aber ellenlangem Titel daran: «The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window».

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Vor drei Jahren verlor Anna (Kristen Bell) ihre neunjährige Tochter durch einen schrecklichen Unfall und trennte sich in der Folge von ihrem Mann. Seither sitzt sie traumatisiert Tag für Tag in ihrem viel zu grossen Haus, trinkt Unmengen an Wein, schluckt Medikamente und schaut aus dem Fenster. Als der gutaussehende Neil (Tom Riley) mit seiner Tochter Emma (Samsara Yett) im Haus gegenüber einzieht, stellt dies für Anna einen Lichtblick dar. Sie öffnet sich gegenüber den neuen Nachbarn und kehrt langsam ins Leben zurück. Bis sie eines Nachts beobachtet, wie in dem Haus eine junge Frau ermordet wird. Doch hat sie das wirklich gesehen? Oder haben ihr etwa ihre halluzinogenen Medikamente einen Streich gespielt?

Diese Frage begleitet auch das Serienpublikum während den acht kurzweiligen Folgen. Immer wieder wird man auf glaubwürdige Fährten gelockt, die sich dann aber doch als falsch herausstellen. Somit ist für konstante Spannung gesorgt. Und sobald sich ein Gefühl der Sicherheit oder gar Vorhersehbarkeit einschleichen will, wird dieses umso raffinierter ad absurdum geführt.

Nein, «The Woman in the House …» erfindet das Rad nicht neu. Hinzu kommt noch, dass einige der Wendungen zwar durchaus originell, dann aber doch irgendwie allzu wahnwitzig sind. Insgesamt wirkt der Mix aus Mystery, Comedy, Drama und Thriller nicht immer stimmig. Wenn so viele Genres bedient werden wollen, wird’s meistens heikel. Immerhin sorgt dies optisch für Abwechslung, verleiht der Serie hie und da schwarzhumorige, ja fast satirische Züge. An «Das Fenster zum Hof»-Original kommt die Miniserie freilich nicht heran. Warum man sie sich dennoch anschauen sollte? Erstens ist der Spuk nach dreieinhalb Stunden bereits vorbei, und zweitens: Die Auflösung ist genial.

The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window ★★★☆☆

Netflix | Mystery-Miniserie
Mit: Kristen Bell, Michael Ealy, Tom Riley, Samsara Yett

USA 2022, ab 28. Januar 2022

Von Robin Keller am 27. Januar 2022 - 09:27 Uhr
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