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Ein besonderes Leben – Endlich so leben, wie ich es immer wollte

Bei der Comedyserie «Ein besonderes Leben» geht einem das Herz auf. Eine echte Perle!

 «Ein besonderes Leben»: Ryan

Schwul, behindert, grossartig: Serienerfinder Ryan O’Connell spielt sich selbst.
 

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Er hat es nicht einfach: Ryan Hayes ist jung, schwul und leidet an einer milden Form von Zerebralparese. Die lässt ihn leicht hinken und seine Körperhaltung schief aussehen. Ausserdem wohnt er als Mittzwanziger noch bei seiner überfürsorglichen Mutter Karen (Jessica Hecht).

Das ist einerseits die Ausgangslage der Serie «Ein besonderes Leben», andererseits ist es aber auch die Geschichte von Ryan O’Connell.

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Der heute 34-Jährige schrieb das Drehbuch zur Serie basierend auf seiner Autobiographie «I’m Special: And Other Lies We Tell Ourselves» (Ich bin besonders: Und andere Lügen, die wir uns selber auftischen). O’Connell ist nicht nur Autor, Produzent und Showrunner, sondern spielt sich auch gleich selbst.

In acht (leider nur) 15-minütigen Episoden kann man in der ersten Staffel miterleben, wie sich Ryan von seiner Mutter emanzipiert und in eine eigene Bleibe zieht. Er angelt sich einen Job als Blogschreiber und erträgt tapfer die eiskalten Schikanen seiner Chefin Olivia (Marla Mindelle) – der wohl unvergesslichsten Schreckschraube der jüngeren Seriengeschichte.

Ein grosses Herz für Ryan hat dafür seine lebenslustige Mitbloggerin Kim (Punam Patel), die sich seiner liebevoll annimmt und zu einer engen Freundin wird. Sie schleift ihn mit an Partys und versucht ihn mit knackigen Kerlen zu verkuppeln.

Verbrachte Ryan seine Zeit in der ersten Folge noch damit, attraktive Physiotherapeuten anzuschmachten, wagt er sich bald ins homoerotische Getümmel vor. Und wir werden nur zwei Folgen später Zeugen einer der ehrlichsten Sexszenen, die es auf Netflix zu streamen gibt.

Ryans Geschichte wird leichtfüssig, bunt und dynamisch erzählt. Sie rührt, weckt jedoch kein Mitleid, sondern eher Bewunderung für einen jungen Mann, der sich von nichts unterkriegen lässt. «Ein besonderes Leben» (im Original «Special») ist zudem richtig lustig.

Diese kleine, nischige Serienperle wird nun in einer zweiten Staffel fortgesetzt – und damit auch gleich beendet. Netflix sah die Qualität der Kurzserie, die übrigens von Jim Parsons («The Big Bang Theory») mitproduziert wurde, doch ein längeres Leben wollte der Streamingriese ihr nicht geben.

Ryan O’Connell konnte immerhin durchsetzen, dass die acht neuen Folgen von lediglich 15 auf 30 Minuten hochgeschraubt wurden.

Inhaltlich setzt die zweite Staffel zwei Monate nach dem Ende der ersten ein. Ryans Emanzipation von seiner Mutter dauert an – und zudem soll auch Kims Geschichte mehr Platz eingeräumt werden.

Ein besonderes Leben ★★★★★

Netflix | Comedyserie | 2. Staffel

Von und mit Ryan O’Connell nach seiner Autobiographie

Grundehrlich & herzerwärmend

USA 2021, ab 20. Mai 2021

Von Simone Reich am 2. Januar 2022 - 01:01 Uhr
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