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Netflix

Bad Banks – Von Gier zerfressen

Traue nie der Finanzindustrie: in Staffel 2 von «Bad Banks» lässt sich wiederum die Intrige feiern.

Bad Banks

Über Leichen gehen in «Bad Banks» alle: Désirée Nosbusch, 
Paula Beer, Barry Atsma (v. l.).

ZDF / Fabrizio Maltese

Der digitale Wandel wirbelt die antiquierten Grossbanken mit unerbittlicher Konsequenz durcheinander. FinTech heisst das Reizwort. Neue innovative Finanzplayer, ökologisch ausgerichtete Start-ups, lösen die verrosteten Strukturen der klassischen Banken wie im Säurebad auf.

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Davon handelt Staffel 2 von «Bad Banks», der preisgekrönten Dramaserie. Alteingesessene Vorstandsbanker bremsen den Umbruch aus, kämpfen gegen die jungen, hungrigen Hauptfiguren, die nie zögern, stabile Säulen einzureissen.

Die jungen Wilden sind etwa Jana, Thao und Adam, Investmentbanker bei der Deutschen Global Invest (DGI). Alle spielen ein Doppelspiel. Alle haben Leichen im Keller. Nur wer über Leichen geht, überlebt.

Rückblick: In Staffel 1 wechselt Jana Liekam (Paula Beer) nach ihrem Rauswurf bei der Credit Group zur DGI in Frankfurt – dank der Hilfe von Janas ehemaliger Chefin Chris-telle Leblanc (Désirée Nosbusch).

Doch diese verlangt einen hohen Preis: Insiderinformationen über Janas neuen Arbeitgeber. Jana fühlt sich von Leblanc erpresst, erfüllt aber ihre Pflicht und verdrängt ihre Hassgefühle gegen die Ex-Chefin. Am Ende kollabiert die DGI und muss vom Staat gerettet werden – Leblanc wähnt sich endlich am Ziel. Aber Jana sinnt auf Rache: Mit Hilfe von Green Wallet, einem von der DGI übernommenen und auf Nachhaltigkeit eingeschworenen FinTech-Start-up, will sie Leblancs Karriere vernichten. Dies die Ausgangslage von Folge 1 der 2. Staffel, «Schöne neue Welt.»

«Bad Banks» ist ein Tauchgang in die Abgründe eines Milieus, dessen Protagonisten nur von einer Energiequelle angetrieben werden: der Gier nach Macht und Geld. «Bad Banks» sucht gar nicht erst nach dem Hoffnung stiftenden Moment. Es gibt nichts mehr zu erläutern, es gibt kein Schwarz oder Weiss.

Nur Schwarz. «Es geht um die Selbstverständlichkeit des Betrügens, Stehlens und Diffamierens», sagt Drehbuchautor Oliver Kienle. Alle Figuren sind Zocker. Lügner. Verräter. Emotionale Eiszapfen im edlen Gewand.  

Auch wenn in der 2. Staffel der Zuschauer ob all der hektischen Drehungen, Wendungen, Irrungen und Wirrungen manchmal den Überblick verliert, schaffte es Autor Kienle erneut, über sechs Folgen den Spannungsbogen zu halten. Er lässt seine Figuren in ihrem eigenen Schicksal, ihrer selbstverschuldeten Misere schmoren, weidet sie aus bis auf die Knochen. Bis am Ende nur noch der kümmerliche Rest einer von Gier und Neid zerfressenen Seele übrigbleibt.

Denn merke: Nachhaltigkeit ist manchmal bloss ein anderer Ausdruck für geile Rendite. 

Bad Banks ★★★★☆

Netflix; Dramaserie, 2. Staffel
Mit Paula Beer, Désirée Nosbusch, Barry Atsma, Albrecht Schuch; Drehbuch: Oliver Kienle

Romantisch wie ein Börsencrash, fesselnd und spannend!

GER/LUX, 2020, ab 10. Nov.

Von Gion Stecher am 26.10.2020
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