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Interview

Was streamt  Stephan Klapproth ?

Promis plaudern über ihr Streaming-Verhalten.

Stephan Klapproth (62) moderierte bis 2015 «10 vor 10», da nach «Sternstunde Philo­sophie».

Stephan Klapproth (62) moderierte bis 2015 «10 vor 10», danach «Sternstunde Philosophie».

Oscar Alessio

1. Was streamen Sie aktuell?
Ich entdeckte eben, dass so ein Streamingdienst eine Zeitreise-Kapsel ist. Ich streame mich zum zweiten Mal durch «The Americans». So herrlich Kalter Krieg und Eighties, dass ich mich fühle wie damals, als ich als junger Radioreporter um die Uno in Genf schlich, um an den Wachleuten vorbei zu Sowjet-Aussenminister Schewardnadse vorzudringen für ein Interview. Jetzt zusätzlich in der schauerlich-schönen Vorstellung: wenn schon vom KGB gemeuchelt, so zumindest von der attraktiven Keri Russell persönlich liquidiert zu werden.

2. Ihre grösste Entdeckung in letzter Zeit?
Selbst wenn’s wie die alte Fasnacht tönt: Auch ich schliesse jetzt noch mein Studium in amerikanischem Common Law ab – das heisst, ich verschlinge «Suits» fast allabendlich.

3. Was MUSS man gesehen haben?
Wer sich für Geschichte interessiert, wird nie genug davon kriegen, in «Timeless» mit Abigail Spencer (die in «Suits» Herzen und Verträge bricht) an die verschiedensten historischen Schauplätze zu fliegen und die Weltgeschichte durcheinanderzubringen

4. Grösster Streaming-Flop?
«Ozark». Ich liebte den Untertauch-Plot – aber spätestens, wenn als Drohung die ausgerissenen Augen irgendwelcher Opfer im Konservenglas per Post zugestellt werden, wird’s für ein Sensibelchen wie mich einfach ein Spürchen zu brutal. Auch diverse Narcos- und Mafiaserien musste ich wegen zu vieler abgehackter Körperteile vorzeitig verlassen.

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5. Welche Streaming-Anbieter haben Sie abonniert?
Im Moment nur Netflix.

6. Teilen Sie Ihre Streaming-Konten?
Nein. Ich bin auch kein Abo-Hopper.

7. Dafür ein Binge-Watcher? Was sind die Vor- und Nachteile davon?
No Binge! Schon als Kind fand ich die Vorfreude auf einen guten Film fast noch schöner als den Film selbst. Da muss man wie bei jeder guten Droge (wobei ich ansonsten nur noch Adrenalin konsumiere …) den Konsum geschickt portionieren.

8. Mit «Freud» hat Netflix eine österreichische Geschichte verfilmt. Worum sollte es in der ersten aus der Schweiz gehen?
Um den klügsten Schweizer aller Zeiten: Albert Einstein, der sich 1901 bei uns einbürgern liess und als Beamter 3. Klasse auf dem Patentamt in Bern arbeitete (ein Beweis auch, dass alle lügen, die behaupten, aus der Schweizer Bundesverwaltung sei noch nie etwas Gescheites gekommen …).

9. Auf welche Produktion/Fortsetzung warten Sie sehnlichst?
«Designated Survivor». Jetzt wo Donald … äh, wie hiess er doch gleich, egal … weg ist, dürste ich wieder nach White-House-Geschichten.

10. Bei welcher Serie sind Sie eingeschlafen?
Zwischenzeitlich übellaunig eingedöst bei «The Crown». Die Darsteller spielen so gut, dass ich mich immer wieder empöre über die richtigen Royals, diese arroganten Nichtstuer, die sich regelmässig an irgendwelchen «gewöhnlichen» Leuten die Schuhe abputzen. Dabei gibt es kein blaues Blut, fragen Sie Ihren Hausarzt! Sobald aber Charaktere wie Churchill oder Thatcher im Plot dazwischenfunken, bin ich wieder hellwach und mit Genuss dabei.

11. Welche Rolle würden Sie gerne selber mal übernehmen?
Irgendetwas mit fliegen. Ich habe in jungen Jahren in Korsika das Flugbrevet gemacht und dann alte offene Piper-Maschinen gesteuert. Wenn also «Memphis Belle» oder so neu inszeniert wird: Ich bin dabei!

am 05.03.2021
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