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Star des Monats

Mark Ruffalo – Er kann alles! Ausser tanzen.

Ob Hulk, Horrorfilm oder herzerwärmende Romcom – Mark Ruffalo hat sie alle drauf.

Cast member Mark Ruffalo, from the upcoming film "The Avengers", poses for a portrait in Beverly Hills, Calif., Thursday, April 12, 2012. "The Avengers" will be released in theaters May 4, 2012. (AP Photo/Matt Sayles)

Unser Star des Monats: Mark Alan Ruffalo.

AP

Rund 600 erfolglose Vorsprechen (so seine schonungslose Schätzung), zehn Jahre Kellnern und Co. in L. A., da die Kohle nicht reicht, die er verdient auf der Bühne, in raren Filmrollen. Nope, das Glück ist nicht auf seiner Seite, klischeehafter als bei Mark Ruffalo (53) könnte eine Hollywoodkarriere nicht starten: nämlich ganz unten.

Dann aber meint es Fortuna gut mit Mr. Pechvogel, er ergattert 2000 eine Hauptrolle im Drama «You Can Count on Me» – Durchbruch, mit 33! Nur zwei Jahre später aber, just, als er für M. Night Shyamalans «Signs» im Gespräch ist, der Schock: Hirntumor. Vollbremse. Genesung.

Doch verschwindet die Lähmung im Gesicht wieder? Uff, tut sie, Ruffalos Karriere kommt wieder ins Rollen, und seither nennt er ein Verb sein Eigen: «Wenn aus Schlechtem wie einem Tumor Gutes entsteht wie eine Filmkarriere, sagen meine Freunde ‹ruffalo-ed› dazu», so der Namensgeber mit seinem schiefen Grinsen in einem TV-Interview.

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Nein, ein Beau ist er nicht, sondern durchschnittlich gut aussehend, mit treuherzigen Teddyaugen und einer Prise Jungenhaftigkeit gesegnet. Plus Talent. Drei Oscar-Nominierungen bringt ihm das bislang ein. Es bleibt wohl nicht dabei, und irgendwann gewinnt er einen.

Marks Markenzeichen: schwer zu schubladisieren, extrem wandlungsfähig. Oder in seinen Worten: «Ich möchte die Leute und mich selber überraschen.» Und so wechselt er wendig wie ein Leichtathlet Rollen und Genres, steht sein Name im Abspann von Kriegsfilmen, Romanzen, Dramen, Thrillern – kurz: Er spielt in -zig Kassenknüllern mit. Darunter in sieben Marvel-Blockbustern, wo er Hulk ist, ein zum Monster mutierter Wissenschaftler. Die Rolle des  grünen Hünen übernimmt der mit 1,73 Metern nicht eben riesenhafte Ruffalo 2012 von Edward Norton.

Method-Acting? Mag er nicht. Dass er dieser Technik wenig abgewinnen kann, heisst nicht, dass er sich nicht voll in seine Rollen kniet. Etwa in der Miniserie «I Know This Much Is True» (2020), wo er eineiige Zwillinge mimt und für die eine Rolle innert 6 Wochen 15 Kilo zu-, für die andere 10 Kilo abnimmt.

Was er nicht kann? Tanzen. 2004, in «30 über Nacht», kommt er jedoch nicht drum herum. Ums Haar hätte er in den Proben alles hingeschmissen, verriet Filmpartnerin Jennifer Garner. Ach ja, apropos Partnerin: Sorry, Ladies, der Mann ist vergeben!

Ruffalo steht aber nicht nur vor der Kamera, er führt auch Regie, ist Produzent. Wie etwa in «Vergiftete Wahrheit». Privat schon lange engagierter Umweltschützer, legt er sich im David-vs.-Goliath-Streifen mit einem Chemieriesen an. Klingt vertraut, erinnert an «Erin Brockovich»? Richtig, bestätigt er, er spiele Julia Roberts, sei einfach weniger hübsch.

Der Anwalt, den er gibt, hat etwas mit ihm gemeinsam: Er ist zwar unauffällig, aber hartnäckig – wie er in seinen Anfängen. Um sich zu erden, steht Ruffalo auch heute bisweilen noch auf der Bühne. Sorgen, ob er die Miete berappen kann, muss er sich heute indes keine mehr machen.

Mark Ruffalo ist neu in «Vergiftete Wahrheit» zu sehen (Review hier).

Steckbrief

Geboren: 22. November 1967

Familie: Er ist seit 2000 mit Sunrise Coigney verheiratet, sie haben drei Kids.

Filme: «Collateral» (2004), «Wo die Liebe hinfällt» (2005), «Shutter Island» (2010), «Avengers: Endgame» (2019).

Oscar-Nominierungen: «The Kids Are All Right», «Foxcatcher», «Spotlight».

Von Miriam Zollinger am 31.05.2021
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