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Luca – Zwei Monster wie du und ich

Endlich Landurlaub: Im Pixar-Trickfilm «Luca» geniessen zwei Meeresungeheuer die Sommerferien.

luca

So viel zu tun: Die Freunde Luca und Alberto wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen.

Pixar

Wenn Pixar einen neuen Film veröffentlicht, ist das immer ein Grund zum Feiern. Die Firma, die seit langem zum Disney-Konzern gehört, hat einen nahezu makellosen Katalog vorzuweisen. Von den Anfängen mit «Toy Story» über den ersten Megaerfolg mit «Findet Nemo» bis zu den Oscarlieblingen à la «Alles steht Kopf» und zuletzt «Soul».

Also feiern wir! Denn hier kommt «Luca». Doch es gibt gleich noch einen Grund, das Feuerwerk zu zünden und die Tischbomben hochgehen zu lassen – denn «Luca» spielt im sommerlichen Italien. Nach einem trüben Winter und über einem Jahr coronabedingter Reise-Einschränkungen ist dies genau das, was der Arzt verordnet hat.

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Der Filmnamensgeber Luca ist ein kleiner Bub. Mit seinem besten Kumpel Alberto macht er Sommerferien im Küstenstädtchen Portorosso an der italienischen Riviera.

Es gibt da allerdings ein Problem: Die beiden sind eigentlich Meeresungeheuer. An Land haben sie zwar ein menschliches Aussehen, doch sobald sie nass werden, nehmen sie wieder ihr monströses Wesen an.

Schlimm genug. Doch in dem Kaff hat das Jagen von Meereskreaturen eine lange Tradition. Die Buben dürfen also auf gar keinen Fall auffliegen. Und doch wollen sie sich davon den Spass nicht vermiesen lassen und das Dolcefarniente in vollen Zügen geniessen.

Zum Glück ist da auch noch die kleine Giulia, die genauso auf Abenteuer aus ist wie Luca und Alberto.

Hinter den Kulissen hält sich die Italianità in Grenzen: Die Originalstimme von Luca gehört «Room»-Star Jacob Tremblay, das Drehbuch schrieben zwei Amerikaner – der «Soul»-Autor Mike Jones und der Schriftsteller Jesse Andrews («Ich und Earl und das Mädchen»).

Immerhin durfte ein Italiener auf dem Regiestuhl Platz nehmen: Enrico Casarosa. Er arbeitet schon lange bei Pixar, doch dies ist sein erster Langfilm als Regisseur, und er liess Erlebnisse seiner eigenen Jugend in Genua mit einfliessen.

Fast wäre noch ein weiterer Italiener zum Team gestossen, denn zu Beginn wollte Casarosa keinen Geringeren als Ennio Morricone für den Soundtrack anfragen. Nach dessen Tod im Juli 2020 übernahm Dan Romer die Aufgabe.

Diese Truppe weiss genau, was sie dem Publikum schuldig ist: sonnengeflutete Bilder, Ferienlaune und eine Geschichte fürs Gemüt um Erwachsenwerden und Aussenseitertum. Als Inspiration gab Casarosa nicht nur seine Jugendzeit, sondern auch Federico Fellinis «La dolce vita» (1960) und Hayao Miyazaki an.

Der japanische Meisterregisseur ist ein ausgewiesener Italien-Fan, und das Städtchen in «Luca» heisst nicht umsonst Portorosso – eine wortspielerische Reverenz an Miyazakis «Porco Rosso» (1992), der in Italien spielt (siehe Box links).

Und die Handlung? Da dürfte Pixar einmal mehr auf den patentierten Mix aus leichtfüssigem Humor und ganz viel Herzlichkeit setzen. Denn es bietet sich geradezu an, die Ausgrenzung der beiden Buben auf andere marginalisierte Gruppen zu münzen und als Aufruf zu mehr Toleranz zu lesen.

Wie weit «Luca» in diese Richtung geht, lässt sich noch nicht sagen. Was indes klar ist: Genug Pathos steckt auf jeden Fall drin.

Extra bezahlen muss man für all das übrigens nicht. Anders als bei den zwei vorangegangenen Disney-Produktionen «Raya und der letzte Drache» oder «Mulan» ist keine Gebühr fällig.

Abonnenten von Disney+ kriegen «Luca» also von Anfang an ohne Zuschlag. Sommerferien fürs Budget.

Luca ★★★★★

 

Disney+ | Trickfilm | USA 2021

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