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Kate – Vergiftete Rache einer Profikillerin

Weibliche Action-Rabauken sind in. So auch «Kate», die sterbend der Tokio-Mafia an die Gurgel will.

«Kate»: Ani (Miku Martineau, r.) und Kate (Mary Elizabeth Winstead)

Duo infernale: Ani (Miku Martineau, r.) hilft Kate (Mary Elizabeth Winstead), an die Yakuza heranzukommen.

Jasin Boland/NETFLIX

Der Auftragsmörder gehört zur Stammfigur des Thrillers, allem voran in Agenten- und Gangsterfilmen. Abgesehen von der vereinzelten Schurkin in einem Bond-Abenteuer oder einem Rache-Engel à la «Lady Snowblood» (J 1973) war er lange eine Männerdomäne – bis Luc Besson 1990 mit «Nikita» eine wahre Ikone von Profikillerin schuf.

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Fast umgehend gab es Remakes aus Hongkong («Black Cat», 1991) und Hollywood («Codename: Nina», 1993). Heute ist der weibliche Auftragskiller genauso verbreitet wie der männliche.

Innerhalb dieser Stammfigur des gedungenen Mörders gibt es eine nicht minder populäre «Sonderform»: der Unfehlbare, der einen Auftrag – oft seinen letzten – verbockt und dadurch selbst auf die Abschussliste gerät. In solchen Fällen entdeckt der gejagte Killer meist, dass er Spielball einer Verschwörung ist. Oder er wird einfach so übers Ohr gehauen, wie Jason Stathams Chev Chelios in «Crank» (USA 2006), der von seinem Rivalen gar ein Gift gespritzt bekommt, das tötet, sobald der Puls eine bestimmte Frequenz unterschreitet.

In «Kate», dem Zweitling des Franzosen Cedric Nicolas-Troyan («The Huntsman & the Ice Queen»), passiert Mary Elizabeth Winsteads Titelfigur nun gleich beides: Die für ihre Zuverlässigkeit geschätzte Auftragskillerin verpfuscht in Tokio das Attentat auf einen Yakuza-Boss (Jun Kunimura), wobei sie vergiftet wird. In wenigen Stunden wird Kate sterben. Um zuvor doch noch Rache üben zu können, benötigt sie die Hilfe ihres Mentors (Woody Harrelson) und der jungen Ani (Miku Martineau), der Tochter eines früheren Opfers von Kate.

Mary Elizabeth Winstead ("Kate")

Gnadenlos: Kate hat nichts mehr zu verlieren – ausser ihre letzten paar Stunden Leben.
 

Netflix Inc.

Der Film ist offensichtlich die Netflix-Antwort auf den im Juli auf Prime Video erschienenen Reisser «Jolt», in dem Kate Beckinsale auf die Mörder ihres Herzblatts losgeht. Während «Jolt» aber in «Crank»-ähnlicher Manier absichtlich irrwitzig daherkommt, entfaltet sich «Kate» bei aller Überzeichnung düsterer. Zudem orientiert er sich stilistisch mehr an der Reihe um John Wick, Keanu Reeves’ erfolgreichen Kinokiller, dessen vierter Auftritt auf Mai 2022 angesetzt ist.

Dabei trumpft «Kate» einerseits mit dem stets reizvollen Schauplatz Tokio auf, andererseits mit einer spannenden Besetzung: neben einer knallharten Winstead, dem gewohnt zuverlässigen Harrelson und der kecken Newcomerin Martineau vor allem mit dem legendären japanischen Charakterkopf Kunimura, der seinen 200. Auftritt vor der Kamera markiert. Sowie Tadanobu Asano: Der zählt spätestens seit «Ichi the Killer» (J 2001), dem verrücktesten Yakuza-Killer-Kracher aller Zeiten, zu den gefeierten Kult-Mimen.

Kate

Netflix | Actionthriller

Mit Mary Elizabeth Winstead, Woody Harrelson; Regie: Cedric Nicolas-Troyan

Ausser Rand und Band auf Rachefeldzug in Tokio

USA 2021, ab 10. September 2021

Von Patrick Schneller am 10. Januar 2022 - 15:17 Uhr
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