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Guillermo del Toros Pinocchio

Eine Stop-Motion-animierte Umsetzung der bekannten Geschichte, diesmal inszeniert – so wie es im Titel steht - vom mexikanischen Maestro Guillermo del Toro.

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Guillermo del Toro's Pinocchio - (L-R) Gepetto (voiced by David Bradley) and Pinocchio (voiced by Gregory Mann). Cr: Netflix © 2022

Ist aus gröberem Holz geschnitzt: Pinocchio (r.) will hinaus in die grosse, gefährliche Welt.

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Marco Spiess

Schon wieder Pinocchio? Die Geschichte der Puppe, die ein echter Bub sein möchte, kann sich nicht über zu wenig Verfilmungen beklagen. Erst vor drei Monaten lancierte Disney seine Interpretation als CGI-Realfilm-Mix mit Tom Hanks und inszeniert von Oscarpreisträger Robert Zemeckis («Forrest Gump»). 

Nun ist die Reihe an einem weiteren Oscarpreisträger: dem Mexikaner Guillermo del Toro («Shape of Water»). Seine Version ist aus anderem Holz geschnitzt: Zum Zug kam die gute alte Stop-Motion-Animation, und die Optik orientiert sich am Design des US-Künstlers Gris Grimly. Das Geschehen hält sich oft nur lose an die Romanvorlage von Carlo Collodi: So wurde zum Beispiel die Handlung in das Italien zur Zeit des Faschismus verlegt, Figuren wurden umfunktioniert, und del Toro forcierte die Bedrohlichkeit, ohne das jüngere Publikum ganz aus den Augen zu verlieren. 

Die Story beginnt schon düster: Der alleinerziehende Zimmermann Geppetto verliert seinen Sohn bei einem Bombenangriff. Da er auch viele Jahre später noch trauert, schnitzt er sich im Suff eine unfertige Holzpuppe. Ein Geist haucht dem Konstrukt Leben ein – und nennt es Pinocchio. Damit beginnt das Streben der ungehorsamen Puppe, ein echter Bub zu werden.

Guillermo del Toro versuchte 15 Jahre lang, das Herzensprojekt zu stemmen. Mit seinem animationserfahrenen Co-Regisseur Mark Gustafson schuf er nun eine Welt, die unverkennbar die seine ist: traurig und doch hoffnungsvoll; zynisch und doch herzlich; grotesk und doch poetisch. Manche Szenen sind weniger gelungen und ob es die Lieder zwingend brauchte, sei dahingestellt. Aber am Ende dürfte selbst der grösste Zyniker die eine oder andere Träne vergiessen.

Guillermo del Toros Pinocchio ★★★★☆

Netflix | Animationsfilm

USA 2022, ab 9. Dezember 2022

Von Marco Spiess am 1. Dezember 2022 - 20:00 Uhr
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